Pflege selbst ein Pflegefall?

Caritas Hannover zum Pflegebericht des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDS)


Der zweite Pflegebericht des MDS vom 31. August hat eine heftige Debatte über die Qualität der Versorgung alter und bedürftiger Menschen ausgelöst. Die Einschätzungen und Kommentierungen reichen von der Aussage „Die Pflege ist besser als ihr Ruf“ bis hin zum Szenario einer „Pflege-Katastrophe“.
Manfred Becher, zuständiger Geschäftsführer der Caritas-Seniorendienste Hannover gGmbH sagt: Was die Bewertung des Pflegeberichtes angeht, so muss man doch bei manchen Zahlen sehr vorsichtig sein. Immerhin stellt der MDS-Bericht ja auch fest, dass gut 90 % der Pflegebedürftigen mit ihrer Pflege weitestgehend zufrieden sind. Gleichwohl steht für Becher außer Frage, dass es noch viele Herausforderungen in der Pflege zu bewältigen gilt.

„Katastrophale Missstände“, von denen jetzt einige Medien sprechen, hat keine MDK- oder sonstige Prüfung in der Vergangenheit in den fünf Seniorenheimen der Caritas festgestellt. Natürlich wurde aber auch aufgezeigt, wie wir uns noch weiter verbessern können.
Das, was wir heute über die Pflege in Deutschland leider zur Kenntnis nehmen müssen, ist politisch hausgemacht, so Becher. Der Altersaufbau war vorhersehbar, die immer größere Zahl von Pflegebedürftigen und Demenzkranken hätte vorausschauender Planung bedurft, die aber leider unterblieben ist.
Auch wenn seit 10 Jahren die Zuwendungen für die Pflegeheime nicht erhöht wurden, so geht es für die Caritas nicht nur ums Geld. Ihr geht es insbesondere vielmehr darum, wie sich das Wertebewusstsein in unserer Gesellschaft mittlerweile geändert hat, welchen Stellenwert wir heute „Alter“ und „Altsein“ beimessen; wie wir selbst im Bereich der Pflege dem Fetisch der Ökonomie hinterher jagen.

Die Caritas Hannover plädiert uneingeschränkt für eine einheitliche Qualitätsberichterstattung der Heime zur Verbesserung der Transparenz in der Pflege. Bereits heute arbeiten die Seniorenheime der Caritas Hannover nach einem umfangreichen Qualitätsmanagementsystem. Darin haben sich alle Heime als Selbstverpflichtung harte Kriterien auferlegt, z. B. die Einführung eines Beschwerdemanagements, regelmäßige Bewohnerbefragungen, Wundmanagement und Dekubitusprophylaxe, Verbraucherschutz und Ombudsstelle, Standards zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter, regelmäßige Fort- und Weiterbildung.