„Pause vom Alltag“ – |
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Demenzerkrankte und ihre pflegenden Angehörigen unternahmen erstmalig in Begleitung von Fachkräften der gerontopsychiatrischen Begegnungs- und Beratungsstelle „Lindenbaum“ vom 31.05. – 7.06.2010 eine Urlaubsreise ins Landhaus Fernblick nach Winterberg. „Vorbei die langen frohen Stunden, zur Ruhe sind wir nun gekehrt, vorbei die flott getanzten Runden, das letzte Glas ist ausgeleert. Als die letzten Zeilen des Gedichts beim Abschiedsabend verklungen waren, kullerten bei einigen Teilnehmerinnen die Tränen, denn eine schöne und erholsame Zeit ging zu Ende. Während die 19-köpfige Reisegruppe des „Lindenbaums“, pflegende Angehörige mit ihren an Demenz erkrankten Partnern und Eltern und drei Begleitpersonen, sich am 31.05.2010 auf die gemeinsame Reise ins Landhaus Fernblick in Winterberg gemacht hatte, waren alle noch sehr gespannt und erwartungsvoll. Meine Kolleginnen, Daniela Suchak, Regina Wilgeroth und ich wussten nach den 8 Tagen….. wir würden es noch einmal tun! All die Bemühungen und Vorbereitungen haben sich gelohnt. Sogar Petrus hatte mit uns ein Einsehen. Waren wir am 31.05. in Hannover noch mit Regen nach Winterberg aufgebrochen, wurde das Wetter von Tag zu Tag besser; erst am letzten Tag, als alle nach dem Kurkonzert wieder im Haus angekommen waren, donnerte und blitzte es. Es waren abwechslungsreiche Tage mit vielen Programmangeboten. Es fing an mit einer Fahrt mit dem „Rasenden Jakob“ durch den Kurort Winterberg und zum Bobhaus, am Mittwoch veranstalteten wir einen Tanznachmittag mit dem Alleinunterhalter Herrn Nellenschulte. Es war eine große Freude zu sehen, dass sogar kleine Tänzchen mit den Erkrankten möglich waren und wir hatten viel Spaß bei den stimmungsvollen Liedern mitzusingen und mit zu schunkeln. Sogar ein Schnäpschen wurde uns von unserer Krankenschwester Regina Wilgeroth genehmigt. Am nächsten Tag machten wir eine Kutschfahrt durch den Wald mit einem kleinen Picknick. „Mein ganzes Leben habe ich mir gewünscht mit einer Pferdekutsche zu fahren, nun ist mir dieser Wunsch hier erfüllt worden“, strahlte eine Teilnehmerin. Bei ebenso strahlendem Sonnenschein machten wir am Freitag eine Dampferfahrt auf dem Hennesee und genossen dabei Kaffee und Kuchen. Am Samstag gab es ein gemeinsames Grillen mit allen Hausgästen im Sinnesgarten und einem Ehrengast aus Hannover. Gerhard Jürgens, Geschäftsführer des Caritasverbandes Hannover e. V., verbrachte einige fröhliche Stunden gemeinsam mit unserer Reisegruppe. Natürlich durfte auch ein Besuch auf dem „Kahlen Asten“, dem König der Berge des Sauerlands, nicht fehlen. Auch wenn alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich sehr wohl fühlten, so gab es dennoch auch einen kleinen Wehrmutstropfen. Während ein Teilnehmer 2 Tage lange im Krankenhaus behandelt wurde, musste seine an Demenz erkrankte Ehefrau von ihrem Sohn abgeholt werden. Die letzten drei Tage verbrachte der Teilnehmer dann wieder bei uns und konnte noch einmal richtig ausspannen, denn Regina Wilgeroth hatte bereits für zu Hause alles nötige für eine optimale ärztliche sowie pflegerische Versorgung für die Ehefrau organisiert. Einmal mehr zeigte sich in dieser kurzen Krisensituation, dass sich die Teilnehmer auf Grund der fachlich kompetenten Begleitung und Betreuung jederzeit sicher und aufgehoben fühlen konnten. Und auch das speziell auf Demenzerkrankte und pflegende Angehörige aus- und eingerichtete Landhaus „Fernblick“ mit seinem durchweg freundlichen und zuvorkommenden Personal trug in besonderem Maße zum Wohlbefinden der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie der Betreuergruppe bei. Fazit der Reise: Es war erstaunlich, dass die Gruppenteilnehmer sich relativ schnell auf die neue Umgebung einstellten. Bei den Erkrankten waren nach drei Tagen bereits kleine Fortschritte im Verhalten zu bemerken; Liedertexte wurden wieder gesungen, oder es wurde im Rhythmus der Musik mit geklatscht. Kleinere Strecken konnten wieder selbständig zurückgelegt werden und auch das Ein- und Aussteigen ins Auto klappte wieder allein. „ Ich muss meinem Mann einfach mehr zutrauen; ich habe hier einige Tipps bekommen. Ich mache mir natürlich immer sehr viel Sorgen und bin übervorsichtig weil ich Angst habe, dass ihm etwas passiert.“, erzählte eine Teilnehmerin. Umso weniger erstaunlich daher der Wunsch der meisten Teilnehmer: Beim nächsten Mal fahren wir aber 2 Wochen! Vielleicht können wir den Wunsch ja erfüllen. Aber erst einmal wollen wir unsere Erfahrungen aufschreiben, weitergeben und uns am 9. August alle wieder treffen, um die vielen Fotos anzuschauen und uns zurückerinnern an die 1. Gemeinsame Reise mit dem „Lindenbaum“. Zu diesem Rückblick sind auch andere Angehörige und Interessierte herzlich eingeladen. Mehr Informationen zur Veranstaltung am 09.08.2010 hier… Martina Robel
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