Flüchtlingshilfe

Neue Stelle für Raphaelo

Niedergerke Stiftung fördert Auszugsmanagement "Raphaelo"

"Integration darf nicht dem Zufall überlassen werden", betonte Dr. Andreas Schubert, Vorstand der Caritas in Hannover, deshalb habe man bereits 2013 gemeinsam mit der Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung mit dem Projekt "Raphaelo" ein Übergangs- und Auszugsmanagement für die vier Caritas Einrichtungen in der Stadt initiiert.

Geflüchtete, die eine Anerkennung als Asylberechtigte bekommen oder ein Bleiberecht erhalten, dürfen aus der zugewiesenen Gemeinschaftsunterkunft ausziehen, sich selbst eine Wohnung suchen oder erhalten ein Wohnungsangebot im Rahmen der Belegrechte für Sozialwohnungen der Stadt. Auf Grund des akuten Wohnraummangels liegt Vermittlung je nach Wohnungsgröße zwischen 6 Monaten und 1,5 Jahren. "Eine private Wohnung anzumieten, ist für Menschen, die mit unserer Sprache und den vielen behördlichen Notwendigkeiten zur Anmietung einer Wohnung nicht vertraut sind, fast nicht möglich. Zumal Geflüchtete auch mit Vorurteilen zu kämpfen haben und manches Mal nicht mal die Chance zur Besichtigung erhalten", erzählt Songül Ekinci, die seit 2015 als Sozialarbeiterin das Projekt der Caritas umsetzt.

In den Stadtteilen seien die neuen Bewohner oftmals auf sich allein gestellt und wüssten nicht, wo sie Hilfe und Unterstützung erhalten können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas unterstützen die Familien bereits im Wohnheim und begleiten sie bis zu einem Jahr nach ihrem Auszug aus der Unterkunft.

"Wir unterstützen beim Kontakt zu Vor- und Vermietern, organisieren und begleiten zu Besichtigungsterminen, kümmern uns gemeinsam mit den Betroffenen um Möbel, Erstausstattung und den Umzug", erklärt Christian Loh, der dank der Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung das Projekt seit Ende 2017 als Sozialarbeiter im Berufsanerkennungsjahr verstärkt.

Raphaelo PressegesprächVon links: Songül Ekinci, Jameel Ismail, Christian Loh, Dr. Ricarda Niedergerke, Dr. Andreas Schubert, Dr. Udo NiedergerkeWiezorek

"Wir müssen den Menschen, die ein Bleiberecht in unserem Land haben und auf absehbare Zeit nicht in ihre Heimat zurückkehren können, dabei helfen, hier eine neue Heimat zu finden", erklärte Udo Niedergerke auf die Frage nach der Motivation der gleichnamigen Stiftung zur Förderung des Projektes. "Je früher die Situation der Menschen in den Blick genommen wird, umso besser kann eine nachhaltige Integration gelingen. Davon sind wir überzeugt", ergänzte Niedergerke.

Bereits 2013 hatte die Stiftung 31.000 Euro für den Start des Projekts zur Verfügung gestellt. Ende 2014 wurde es mit einer 0,5 Sozialarbeiterstelle in die institutionelle Förderung der Stadt übernommen. Annähernd 240 Menschen konnten seitdem durch das Projekt erfolgreich begleitet werden. Der Hilfebedarf sei aber in den letzten Jahren stark angestiegen. Zum einen auf Grund des starken Zuzuges und des großen Wohnraummangels. Zum anderen auf Grund der besonderen Problemlagen der Geflüchteten, wie Traumatisierungen und gesundheitliche Belastungen und sprachlicher Barrieren.

 

Die Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung hat Ende 2017 auf diesen erhöhten Bedarf reagiert und fördert seit dem 01.11.2017 eine zusätzliche Stelle für einen Sozialarbeiter im Berufsanerkennungsjahr mit 21.000 Euro. Die Caritas übernimmt einen Eigenanteil von 5.000 Euro. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.