Junge zugewanderte Menschen, die in Deutschland ein Studium aufnehmen oder ihr im Herkunftsland begonnenes Studium fortsetzen möchten, verlieren dadurch die einzige Unterstützung. Gleichzeitig klagen Unternehmen aus Industrie, Forschung und Gesundheitswesen über einen anhaltenden Fachkräftemangel. Unter dem Titel "Studium nur noch für Deutsche?" laden wir Sie zu einem Pressegespräch ein, um die Konsequenzen der geplanten Kürzung aufzuzeigen.
Fünf aktuelle und ehemalige Stipendiat*innen werden beim Pressegespräch aus erster Hand über ihre Erfahrungen berichten:
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Abdul Masih Daaboul, ehemaliger Stipendiat und heute im 4. Jahr Humanmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover
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Oleksandr Yaremchuk, aktueller Stipendiat und inzwischen für Schiffbau an der Technischen Universität Hamburg zugelassen
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Nikita Iarkov, aktueller Stipendiat auf dem Weg vom Studienkolleg ins Studium
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Anastasiia Kurkina, aktuelle Stipendiatin mit erfolgreicher Bewerbung für einen Masterstudiengang Wirtschaftswissenschaften
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Mariia Denisova, Teilnehmerin eines studienvorbereitenden C1-Deutschkurses mit dem Ziel, Medizin zu studieren
Ebenfalls vor Ort: Tanja Gomm, die das Projekt in Hannover unter der Trägerschaft des Caritasverbandes Hannover e. V. umsetzt, Andreas Peters, Teamleitung der Bildungsberatung und Lea Schönberger, Abteilungsleitung Soziale Dienste des Caritasverbandes Hannover.
Wir laden Sie herzlich ein, vor Ort Fragen zu stellen und mit den Betroffenen sowie den Projektverantwortlichen zu sprechen.
Über die Bildungsberatung
Die Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule unterstützt bundesweit junge Menschen mit gültigem Aufenthaltstitel unter anderem bei der Wahl eines Studiengangs, bei der Anerkennung von Bildungsbiografien, bei der Studienfinanzierung und bei der Vorbereitung auf ein Studium. Dazu gehört auch die Finanzierung der notwendigen Deutsch-Intensivkurse bis zum erforderlichen C1-Niveau. Ein vergleichbares bundesweites Angebot, das diese Lücke unmittelbar schließen könnte, gibt es nicht. Die bestehenden Beratungsstrukturen decken diese spezifischen Anliegen nur unzureichend ab: Jobcenter sind für Fragen der Studienwahl und -aufnahme nicht zuständig, während Studienberatungen in erster Linie auf die eigene Hochschule ausgerichtet sind.
Die Staatssekretäre des BMBFSFJ teilten am 29. Mai 2026 mit, dass das Bundesprogramm Garantiefonds Hochschule (GF-H) zum 31. Dezember 2026 eingestellt wird. Drei Monate nachdem das gleiche Ministerium eine Qualifizierungsoffensive gestartet hat, die unter anderem die ”Unterstützung ausländischer Fachkräfte für eine unkomplizierte Anerkennung von Berufsabschlüssen” zum Ziel hat.
Das Programm Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule Projekt kostet bundesweit knapp 15 Millionen Euro jährlich. Daraus werden 21 Beratungsstellen und eine Koordinierungsstelle mit insgesamt 70 Mitarbeitenden finanziert (ca. 5 Millionen Euro). Erfahrene Teams, die über Jahrzehnte Netzwerke aufgebaut haben, um tausenden Menschen in ein Studium zu helfen. Mit den restlichen Mitteln werden Bildungsmaßnahmen (z.B. studienvorbereitende Deutsch-Intensivsprachkurse bis Niveau GER C1) und Stipendien aus den o.g. Mitteln finanziert (ca. 7,5 Millionen Euro), sowie die Verwaltung der Stipendien, die über die Otto-Benecke-Stiftung und seine Geschäftsstelle erfolgt (ca. 2,5 Millionen Euro).
Runtergebrochen auf den Standort Hannover bedeutet das eine Vollzeit- und eine Dreiviertel-Personalstelle in der Beratung und eine Vollzeitstelle in der Verwaltung. Dabei umfasst das Einzugsgebiet des Standorts Hannover neben der Region auch die Landkreise Hildesheim, Celle, Gifhorn, Uelzen, Soltau-Fallingbostel, Nienburg (Weser), Schaumburg, Hameln-Pyrmont und Minden - Lübbecke. Die Gesamtförderung des Bundes beläuft sich für Hannover auf knapp 750.000 € im Jahr. Davon fließt ein Großteil in die Förderungen von studienvorbereitenden Sprachkursen und Stipendien (ca. 395.000 €) und in die Förderung am Studienkolleg (ca. 100.000 €). Beides würde mit Beendigung des Programms ersatzlos wegfallen.
Infos zum Pressegespräch
Wann: Donnerstag, 3. September 2026, 10:00-12:00 Uhr
Nach dem Gespräch ist reichlich Zeit für Rückfragen, Fotos und einen
gemeinsamen Imbiss.
Wo: Caritasverband Hannover e. V., Leibnizufer 13-15, 30169 Hannover