Bundesweite Aktionswoche der Schuldnerberatung 2026
Am Informationsstand in der Innenstadt konnten sich Interessierte über ihre Rechte und die Schutzmöglichkeiten des Pfändungsschutzkontos informieren. Fachkräfte der beteiligten Beratungsstellen standen für persönliche Gespräche zur Verfügung und beantworteten Fragen rund um Kontopfändungen und finanzielle Notlagen. Informationsmaterialien sowie ein Quiz mit kleinen Gewinnen ergänzten das Angebot.
An der gemeinsamen Aktion beteiligten sich neben dem Caritasverband Hannover e. V. die AWO Region Hannover, die Landeshauptstadt Hannover, der Diakonieverband Hannover-Land sowie die Diakonisches Werk Hannover gGmbH
Das P-Konto sichert den Lebensunterhalt
Das Pfändungsschutzkonto, kurz P-Konto, schützt Menschen, deren Konto gepfändet wurde. Es stellt sicher, dass ein gesetzlich geschützter Grundfreibetrag weiterhin verfügbar bleibt. Betroffene können damit notwendige Ausgaben wie Miete, Strom, Lebensmittel oder Medikamente bezahlen.
Für viele Menschen ist das P-Konto daher ein unverzichtbares Instrument, um auch in einer finanziellen Krise handlungsfähig zu bleiben und den Alltag zu bewältigen.
Das Problem: Der gesetzliche Schutz funktioniert in der Praxis nicht immer reibungslos. Manche Banken informieren schlecht, reagieren zu langsam oder setzen die Regeln nicht korrekt um. Die Folgen sind drastisch: Menschen können ihre Rechnungen nicht bezahlen, keine Lebensmittel kaufen oder wichtige nicht Medikamente besorgen.
Schuldnerberatungsstellen fordern Verbesserungen
Mit der Aktionswoche machen die Schuldnerberatungsstellen auf diese Missstände aufmerksam und fordern Verbesserungen beim Kontopfändungsschutz. Ein wirksamer Schutz ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Menschen auch in finanziellen Krisen ihre Existenz sichern und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
Matthias Wenzel, Schuldnerberater der Caritas Hannover, informiert Passant:innen am Aktionsstand über das Pfändungsschutzkonto (P-Konto).
Matthias Wenzel, Schuldnerberater der Caritas Hannover, betont mit Blick auf die Zukunft: "Darüber hinaus braucht es einen bedarfsgerechten Ausbau der Schuldnerberatung. Erforderlich sind eine verlässliche und langfristige Finanzierung der Beratungsangebote sowie ein gesetzlicher Rechtsanspruch auf Schuldnerberatung für alle Menschen, die in finanzielle Not geraten."