Hitzeaktionstag 2026: Wohnungslose Menschen vor Hitzewellen schützen
Anlässlich des Hitzeaktionstags, der in diesem Jahr am 11.06.2026 stattfindet, kamen Vertreter:innen aus Politik, Gesundheitswesen und Sozialarbeit im Tagestreff für Wohnungslose der Caritas Hannover mit Betroffenen zusammen. Das Motto "Gemeinsam vorsorgen gegen Extremhitze" greift die Rekordtemperaturen im Mai perfekt auf. Aber wie schützen wir besonders gefährdete Menschen besser vor den Folgen zunehmender Hitze?
Unterstützung im Alltag
Die Veranstaltung eröffnete Propst Wolfgang Semmet in seiner Funktion als Vorsitzender des Caritasrates. In seinem Grußwort betonte er die Bedeutung niedrigschwelliger Hilfsangebote für besonders gefährdete Menschen. Zugleich stellte er den neuen Trinkbrunnen auf dem Platz an der Basilika vor, der kurz darauf eingeweiht wurde.
V. l. n. r.: Propst Wolfgang Semmet, Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi, und NLGA-Präsident Dr. Fabian Feil bei der Einweihung des neuen Trinkbrunnens auf dem Platz an der Basilika. Johannes Hensel
"Jahr für Jahr gibt es neue Hitzerekorde. Gerade Menschen ohne Rückzugsmöglichkeiten leiden unter der prallen Sonne. Der Tagestreff der Caritas ist ein Ort, wo Hilfe und Schutz gefunden werden. Schutz durch Kühle und Kopfbedeckungen, Hilfe durch Wasser. Diese Hilfe wird auch der neue Brunnen auf dem Platz vor der Basilika St. Clemens bringen."
Der Brunnen befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Tagestreff für Wohnungslose und ermöglicht rund um die Uhr den kostenlosen Zugang zu Trinkwasser. Auch durch das Niedersächsische Sozialministerium und das Niedersächsische Landesgesundheitsamt erfolgten konkrete Hilfen. Edelstahl-Trinkflaschen wurden an die Besucher:innen des Tagestreffs verteilt. Ein neuer Sonnenschutzspender ermöglicht im Garten des Tagestreffs das wichtige Eincremen.
V. l. n. r.: Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi, Propst Wolfgang Semmet und NLGA-Präsident Dr. Fabian Feil am neuen Sonnencreme-Spender, der ab sofort im Tagestreff für Wohnungslose zur Verfügung steht.Johannes Hensel
Hitzeschutz geht alle an
Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi machte deutlich, dass die Folgen der Klimaveränderung inzwischen für alle Menschen spürbar sind: "In den letzten Jahren haben wir zunehmend heißere Sommer erlebt. Das betrifft uns alle. Heute richten wir den Blick besonders auf wohnungslose Menschen und sind mit ihnen ins Gespräch gekommen. Hitze wird oft als etwas Schönes wahrgenommen, kann aber auch erhebliche Gesundheitsschäden verursachen. Darauf müssen wir frühzeitig aufmerksam machen und vorbeugen. "
Auch Dr. Fabian Feil, Präsident des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes, hob die gesellschaftliche Verantwortung hervor: "Für uns als Gesellschaft bedeutet das, auf andere Menschen zu achten. Ich finde es großartig, dass es Einrichtungen wie den Tagestreff gibt. Orte,, die wohnungslose Menschen unterstützen."
Eine wichtige Perspektive brachte Ilse Kramer von der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen e. V. ein. Sie machte deutlich, dass Hitzeschutz bislang oft zu wenig Beachtung findet: "Im Winter gibt es viele Hilfsangebote, über Hitze wird dagegen wenig nachgedacht. Die meisten Menschen können sich bei hohen Temperaturen in ihre Wohnung zurückziehen. Wer wohnungslos ist, muss erst einmal einen kühlen Ort finden. Wenn es schon viel zu wenig bezahlbaren Wohnraum gibt, brauchen wir deutlich mehr Einrichtungen, die Schutz bieten."
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Beim Fazit der Veranstaltung waren sich alle einig. Wirksamer Hitzeschutz gelingt nur durch gemeinsames Handeln. Politik, Gesundheitswesen, Sozialverbände und Zivilgesellschaft sind gleichermaßen gefordert, gefährdete Menschen zu unterstützen und gesundheitliche Risiken zu verringern.
Der neue Trinkbrunnen, praktische Hilfsangebote und die Sensibilisierung für die Situation wohnungsloser Menschen sind wichtige Schritte. Langfristig braucht es jedoch nachhaltige Maßnahmen, damit auch besonders vulnerable Gruppen die zunehmenden Hitzebelastungen sicher bewältigen können.