Hannover, 25.02.2026 - In akuten psychischen Krisen ist schnelle, professionelle Hilfe gefragt: Der Psychosoziale / Psychiatrische Krisendienst (PPKD) ist am Wochenende und an Feiertagen eine wichtige Anlaufstelle für Menschen in Not - genau dann, wenn viele andere Unterstützungsangebote nicht erreichbar sind. 1997 ins Leben gerufen war der PPKD über viele Jahre in den Händen der Seelhorst-Stiftung, die ihre Trägerschaft zum Jahresende 2025 abgegeben hat. Nach einer europaweiten Ausschreibung hat die Region Hannover den Krisendienst an das Diakonische Werk Hannover gGmbH und den Caritasverband Hannover e.V. übergeben. Beide Träger setzen den Dienst künftig gemeinsam um.
An wen richtet sich der Krisendienst?
Das Angebot richtet sich an alle volljährige Einwohner*innen der Region Hannover in akuten Lebenskrisen und deren soziales Umfeld. Der Krisendienst wendet sich insbesondere an Menschen in einer psychischen Krise, Menschen in suizidalen Krisen und Angehörige von Betroffenen sowie Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder seelischen Behinderung, für die die Versorgungslücke an Wochenenden und Feiertagen eine Krisensituation darstellt. Der PPKD bietet den Hilfesuchenden niedrigschwellig Entlastung, Sicherheit und Orientierung - zu 95 Prozent am Telefon oder bei Bedarf im persönlichen Gespräch. Die Mitarbeitenden beraten, schätzen die Lage ein und schalten bei Bedarf weitere Hilfen wie Rettungsdienst oder Polizei ein. Seit dem Jahr 2005 gab es rund 36.000 Beratungen, durchschnittlich beträgt die jährliche Inanspruchnahme rund 1.800 Kontakte. 2005 zählte der Krisendienst 1.425 Kontakte, besonders hoch war der Beratungsbedarf in den Jahren 2007 (2.003 Kontakte), 2.020 (2223 Kontakte) und 2.022 (2002 Kontakte). Im Jahr 2024 lag die Zahl der Gespräche bei 1.532.
Warum ist der Krisendienst für die Region so wichtig?
"Der Psychosoziale Krisendienst sorgt dafür, dass Menschen in akuten Notsituationen nicht allein bleiben und ist unverzichtbar in der psychosozialen Versorgung in der Region Hannover. Die konstant hohe Nutzung zeigt, wie wichtig das Angebot hier in der Region Hannover ist. Mit dem Wechsel der Trägerschaft schaffen wir stabile Strukturen für die Zukunft des Krisendienstes. Die Region hat ihre Förderung für den Krisendienst von 115.000 Euro auf rund 250.000 Euro jährlich erhöht und sichert damit die akute Versorgung", erklärt Regionspräsident Steffen Krach. "Wir freuen uns, dass wir mit der Diakonie und der Caritas zwei so erfahrene Partnerinnen gefunden haben, die den Dienst in zentraler Lage weiterführen werden." Dr. Andrea Hanke, Dezernentin für Soziales, Teilhabe, Familie und Jugend der Region Hannover, ergänzt: "Viele gefährdete Menschen durchleben gerade dann psychische Krisen, wenn der Alltag ruht - also an Wochenenden oder an Feiertagen. Dann ist schnelle und unbürokratische Hilfe gefragt, unabhängig von Öffnungszeiten.
Was sagen die neuen Träger zur gemeinsamen Verantwortung?
Diakoniepastor Friedhelm Feldkamp erklärt: "Die Arbeit im Krisendienst ist herausfordernd und wichtig. Viele Menschen erleben die Beratung als erste Stütze in Momenten größter Not - und genau diese Unterstützung wollen wir auch gemeinsam mit der Caritas in Zukunft gewährleisten. Der Krisendienst zeigt, wie gemeinschaftliche Verantwortung und fachliche Kompetenz wirksam zusammenspielen." "Psychosoziale Krisen betreffen nicht nur die Einzelnen, sondern ganze Familien und soziale Netzwerke. Wir sehen es als unsere gemeinsame Aufgabe, in diesen Momenten präsent zu sein und niedrigschwellig und professionell zu unterstützen", so Dr. Andreas Schubert, Vorstand des Caritasverbandes.
Wann und wie ist der Krisendienst erreichbar?
Der Krisendienst ist vom Standort Podbielskistraße an den Lister Platz gezogen. Die neuen Räume befinden sich im Evangelischen Beratungszentrum in der Oskar-Winter-Straße 2. Wichtig: Die Telefonnummer 0511-30 03 34 70 bleibt bestehen. "Uns war wichtig, dass sich für Menschen in Not möglichst wenig verändert. Die bekannte Nummer bleibt. In akuten Krisen greifen die meisten Betroffenen zum Telefon. Im Gespräch klären wir dann, was die Person dringend braucht und wie schnell geholfen werden kann", berichtet Mona Marin, langjährige Krisendienstmitarbeiterin. "Wir richten uns konsequent nach der Situation und den Bedürfnissen der Hilfesuchenden", sagt Marins Kollegin Ulrike Jamroszczyk. "Oft reicht eine intensive telefonische Beratung oder ein persönliches Gespräch zur Stabilisierung. In anderen Fällen vermitteln wir in eine psychiatrische Klinik, etwa um eine Selbstgefährdung zu verhindern."
Kontakt: Der Psychosoziale/Psychiatrische Krisendienst ist Freitag von 15 bis 20 Uhr sowie Sonnabend, Sonntag und an Feiertagen von 12 bis 20 Uhr zu erreichen. Telefonnummer: 0511-30 03 34 70. Evangelisches Beratungszentrum, Oskar-Winter-Straße 2, 30177 Hannover (Haltestelle Lister Platz).
Rückfragen an:
Christiane Kemper
Pressesprecherin Caritasverband Hannover e. V.
Tel.: 0511 12600-1032
E-Mail: presse@caritas-hannover.de
Caritasverband Hannover e. V.
Leibnizufer 13 - 15
30169 Hannover